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Internetsucht

Gefangen im Netz der Möglichkeiten

24 Stunden. 7 Tage die Woche. 365 Tage im Jahr. Das Internet schläft nie. Egal ob aus beruflichen Gründen oder in der Freizeit: Online zu sein ist schon lange nicht mehr die Ausnahme, sondern gehört für die meisten Menschen zur Regel. Wo man sich noch vor einigen Jahren stets über den Router in das Internet ein- und auch wieder ausgeloggt hat, ist dies heutzutage kaum noch vorstellbar.

Der schnelle Blick auf die Wetterapp, die kurze Recherche über wikipedia oder der Gute Nacht Podcast für die Kinder - all das und noch vieles mehr ist über das Internet immer griffbereit und natürlich auch sehr praktisch. Dennoch gibt es Menschen, die durch die unbegrenzten Möglichkeiten des World Wide Web nicht mehr fähig sind, sich ein eigenes Limit zu setzen.

Die Bereiche, bei denen man sich im im Internet schnell verlieren kann und man damit über die Grenzen des "normalen" zu einem exzessiven oder auch problematischen Verhalten gelangen kann, sind dabei sehr vielfältig und variieren stark von Mensch zu Mensch. Während manche in die Welt der Online-Casinos abtauchen, suchen andere Ablenkung durch den Konsum von Online Pornografie.

Selbst der Rauschzustand, der bei der Kaufsucht entstehen kann, steht heutzutage oft in Zusammenhang mit der Nutzung des Internets aufgrund der unbegrenzten Möglichkeiten des Onlineshoppings. Aber auch das reine Sammeln von Informationen oder das stundenlange Stöbern auf Blogs und Internetforen kann die mentale Gesundheit stark beeinflussen und zu dieser Art der Verhaltenssucht führen.

Negative Auswirkungen wie Unaufmerksamkeit, Schlaf- und Konzentrationsprobleme oder Stress sind Faktoren, die das Leben der Betroffenen sowie der Angehörigen betreffen können. Wenden Sie sich mit Fragen zur Ihrem Internetkonsum gerne an uns!

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Was ist Internetsucht?

Unter „Internetsucht“ versteht man den exzessiven und nicht mehr kontrollierbaren Gebrauch des Internets mit Hilfe digitaler Medien (wie Smartphone, Computer, Tablet, Fernseher und Konsolen) in solch einem Ausmaß, dass andere Lebensbereiche (wie Familie, Freunde, Hobbys) vernachlässigt werden.

Dabei sagt die Online Zeit alleine natürlich nichts darüber aus, ob ein Mensch ein problematisches Verhalten mit dem Internet hat.

Woran erkennt man einen problematischen Internetkonsum?

Eine Problematik zeigt sich in einer Reihe von Verhaltensweisen, die von Mensch zu Mensch verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Hinweise auf eine Abhängigkeit vom Internet können u.a. sein:

  • Fokussierung:

    wenn sich das Leben überwiegend über das Internet abspielt

  • sozialer Rückzug:

    wenn Betroffene das Haus kaum noch verlassen

  • sowie Vernachlässigung von:

    Hobbys und sonstigen Interessen Schule und Beruf Beziehungen und Freundschaften

Für den suchtgefährdeten Mensch wird die Nutzung des Mediums wichtiger als die realen Aufgaben des Berufs- und Alltagslebens. Der übermäßige Internetkonsum schlägt sich außerdem in körperlichen und psychischen Problemen nieder.

Woran erkenne ich, ob ich eine Verhaltenssucht habe?

Unser Selbsttest hilft Ihnen dabei, herauszufinden, ob Sie suchtgefährdet sind.

Folgen einer Abhängigkeit vom Internet

Die exzessive Nutzung des Internets kann bei Betroffenen zu verschiedenen körperlichen und psychischen Problemen führen.

Mögliche Folgen sind:

  • gesundheitliche Beeinträchtigung

    z. B. Schlafstörungen, Rücken- und Kopfschmerzen durch langes Sitzen am PC

  • Leistungsabfall

    in Schule, Ausbildung, Studium oder Job

  • soziale Probleme

  • psychische und emotionale Störungen

    z.B. Depressionen, Angststörungen, soziale Phobien

Bei Kindern und Jugendlichen kann eine exzessive Nutzung des Internets, auch wenn es sich dabei noch um keine Sucht handelt, deren Entwicklungschancen massiv beeinträchtigen.

Was sind die Ursachen für die Abhängigkeit vom Internet?

Für die Entstehung einer Verhaltenssucht spielen sowohl die Persönlichkeit der betroffenen Person als auch ihre individuelle Lebensgeschichte eine Rolle.

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Häufig entwickeln unsichere Menschen mit einer geringen sozialen Kompetenz eine Mediensucht.

Das heißt, Betroffene haben beispielsweise Schwierigkeiten auf Menschen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen, sich mit anderen auseinanderzusetzen oder Freundschaften und Beziehungen aufrecht zu erhalten. Bevorzugt ziehen sie sich in die eigenen vier Wände zurück und flüchten in die unbegrenzten Möglichkeiten des Internets.

Was kann man gegen diese Art der Mediensucht tun?

Im Vordergrund steht wie bei jeder Sucht die Hilfe von außen. Sie kann innerhalb einer Selbsthilfegruppe, aber auch in Form einer professionellen Therapie (individuell oder Gruppentherapie) erfolgen.

Haben Sie persönliche Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Ihrem Medienverhalten? Oder sind Sie Angehörige(r), Elternteil, Lebenspartner(in), Freund(in) eines suchtgefährdeten Menschen und wissen nicht, wie Sie sich verhalten sollen?

Wir bieten eine kostenlose & anonyme Beratung und Therapie bei Mediensucht und exzessivem Medienkonsum.

Gern vermitteln wir auch den Kontakt zu Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige.

FAQ:

Wie bei den meisten Verhaltenssüchten ist die Dauer der Nutzung nicht alleine ein Anzeichen für eine Verhaltenssucht. Jeder Mensch kennt das Gefühl, im Internet oder beim Konsum von anderen Medien gelegentlich die Zeit zu vergessen. Medien versetzen uns oft in einen sogenannten "Flow" Zustand und man möchte dieses Gefühl möglichst oft erreichen. Dabei sollte man stets die eigene Motivation für die Nutzung des Internets hinterfragen.

Ein Selbstexperiment, bei dem man bewusst für einen bestimmten Zeitraum  auf das Internet verzichtet, kann interessant sein. Wie fühlt sich der Verzicht an? Welche körperlichen Effekte spüre ich, wenn ich keinen Zugang zum Internet habe?

Für Kinder und Jugendliche ist das Internet oft ein wichtiger Ort für sozialen Austausch und Unterhaltung. Dennoch sollen Kinder und Jugendliche natürlich nicht die ganze Nacht im Netz unterwegs sein.

Zunächst sollte man in der Familie thematisieren, dass es aus vielen verschiedenen Gründen Medienregeln geben muss. Je nach Alter sollten diese Regeln einen festen Platz im Familienalltag haben und auch die Eltern müssen sich an passende Regeln halten. Eine gute Adresse, um sich über Medienregeln in der Familie zu inspirieren ist das Angebot https://www.mediennutzungsvertrag.de/

Als Eltern/Erziehungsberechtigte können Sie sich bei weiteren Fragen gerne an uns wenden.

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