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Mediensucht

An den Bildschirm gefesselt

Viele Menschen empfinden durch Medien eine steigende Belastung.

Das Smartphone ist für die meisten von uns ein ständiger Begleiter im Alltag, egal ob als Wecker, Uhr, Organizer, Informationsquelle oder einfach als Unterhaltungsmedium für zwischendurch.

Dazu kommen meistens noch hohe Bildschirmzeiten auf der Arbeit und der tägliche TV- oder Serienabend über die bekannten Streaming Dienste.

Dies führt schleichend zu einer Veränderung der Mediengewohnheiten, die oft von Angehörigen oder sogar von einem selbst als negativ empfunden werden. Die Grenzen der “normalen” bis hin zur problematischen bzw. exzessiven Mediennutzung sind dabei oft schwer zu erkennen.

Der unreflektierte als auch übermäßige Konsum von Medien kann jedoch viele negative Auswirkungen wie Unaufmerksamkeit, Schlaf- und Konzentrationsprobleme oder Stress haben und führt zudem häufig zu Streit in der Familie oder Partnerschaft.

Unsere Angebote können dabei helfen, sich über den eigenen Medienkonsum bewusst zu werden und für sich und seine Familie die passenden Regeln zu finden.

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Was ist Mediensucht?

Der Begriff „Mediensucht“ an sich ist umstritten, da die Abhängigkeit von Medien – mit Ausnahme der Computerspielsucht – bislang noch nicht als offizielle Krankheit anerkannt wurde.

Zudem ist eine hohe Bildschirmzeit allein nicht aussagekräftig genug für die Feststellung einer Suchterkrankung. So kann man zunächst sagen, dass einige Menschen zur exzessiven Nutzung tendieren (regelmäßige oder phasenweise, zeitliche Überschreitung des Medienkonsums) während bei anderen Menschen eine problematischen Nutzung auftreten kann (Begleiterscheinungen wie z.B. Stress, Schlafstörungen, Depression).

Von Mediensucht spricht man, wenn Betroffene regelmäßig und längerfristig die Kontrolle über ihre Mediennutzung verlieren und dadurch negative Folgen entstehen. Mediensucht gehört zu den nicht stoffgebundenen Süchten, den sogenannten Verhaltenssüchten.

Unter den Sammelbegriff Mediensucht fallen verschiedene Suchtformen. Am weitesten verbreitet sind die Computerspielsucht , die Soziale Medien Sucht und die Pornosucht.

Woran erkennt man einen problematischen Medienkonsum?

Ein problematischer Medienkonsum muss noch nicht zwangsläufig eine Sucht bedeuten. Zudem äußert sich die Problematik in einer Reihe von Verhaltensweisen, die von Mensch zu Mensch verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

  • Fokussierung:

    wenn sich das Leben überwiegend vor dem Bildschirm abspielt

  • sozialer Rückzug:

    wenn Betroffene das Haus/Zimmer kaum noch verlassen

  • sowie Vernachlässigung von

    Hobbys und sonstigen Interessen,  Schule und Beruf, sowie Beziehungen und Freundschaften

  • Leistungseinbußen:

    wenn der Antrieb, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, immer mehr nachlässt – mit teils dramatischen Auswirkungen auf

    • Ausbildung oder Beruf
    • den Alltag (Haushalt, Einkaufen, Kochen etc.)
    • die Gesundheit
    • das Sozialleben

Priorisieren der Medien - für diese Menschen wird die Nutzung des Mediums wichtiger als die realen Aufgaben des Berufs- und Alltagslebens. Der übermäßige Medienkonsum schlägt sich außerdem in körperlichen und psychischen Problemen nieder.

Mögliche Folgen einer Abhängigkeit von Medien

Der problematische Medienkonsum lässt sich in gewisser Weise mit dem Konsum von bestimmten Drogen vergleichen, da auch bei der Nutzung einiger Apps unser Gehirn stimuliert wird und Glücksgefühle ausgelöst werden können.

Die Konsequenz: Sobald der Zugang zum entsprechenden Medium abgeschnitten ist, können bei Betroffenen körperliche Entzugserscheinungen wie Zittern, Aggressivität, Wut- oder Schweißausbrüche auftreten.

Weitere mögliche Folgen sind:

  • gesundheitliche Beeinträchtigung, z. B. Schlafstörungen, Rücken- und Kopfschmerzen durch langes Sitzen am PC oder ständiges nach-unten-aufs-Handy-schauen

  • Leistungsabfall in Schule, Ausbildung, Studium oder Job

  • soziale Probleme (siehe oben)

  • psychische und emotionale Störungen, z. B. Depressionen, Angststörungen, soziale Phobien

Bei Kindern und Jugendlichen kann eine problematische Mediennutzung zudem deren Entwicklungschancen massiv beeinträchtigen.

Woran erkenne ich, ob ich zur Abhängigkeit von Medien neige?

Unser Selbsttest hilft Ihnen dabei, herauszufinden, ob Sie suchtgefährdet oder möglicherweise bereits mediensüchtig sind.

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Welche Arten von Mediensucht gibt es und wer kann süchtig werden?

Mediensucht kann alle Menschen gleichermaßen betreffen.
Studien zeigen jedoch, dass Mädchen und Frauen ihre Zeit vorwiegend in sozialen Netzwerken verbringen während sich Jungen und Männer dagegen häufiger exzessiv mit Computerspielen beschäftigen.

Was sind die Ursachen von Mediensucht?

Für die Entstehung einer Mediensucht spielen sowohl die Persönlichkeit der betroffenen Person als auch ihre individuelle Medienbiografie sowie der Umgang mit Medien in der Familie eine Rolle.

Besonders unsichere Menschen mit schwachen sozialen Kompetenzen scheinen anfälliger für eine Abhängigkeit von Medien zu sein.

Betroffene zeigen häufig Schwierigkeiten, auf Menschen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen (sogenannte „Einzelgänger“), sich mit anderen Personen auseinanderzusetzen oder Freundschaften / Beziehungen aufrecht zu erhalten. Lieber ziehen sie sich in die eigenen vier Wände zurück und flüchten in virtuelle Welten.

Was kann man gegen Mediensucht tun?

Im Vordergrund steht wie bei jeder Sucht die Hilfe von außen. Sie kann innerhalb einer Selbsthilfegruppe, aber auch in Form einer professionellen Therapie (individuell oder Gruppentherapie) erfolgen.

Haben Sie persönliche Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Ihrem Medienverhalten? Oder sind Sie Angehörige(r), Elternteil, Lebenspartner(in), Freund(in) eines suchtgefährdeten Menschen und wissen nicht, wie Sie sich verhalten sollen?

Wir bieten eine kostenlose & anonyme Beratung und Therapie bei Mediensucht und exzessivem Medienkonsum.

Gern vermitteln wir auch den Kontakt zu Selbsthilfegruppen  für Betroffene  und Angehörige.

FAQ:

Für Kinder und Jugendliche sind Medien wichtige Werkzeuge für Schule, Familie und Freizeit und vor allem ein Ort für sozialen Austausch und Unterhaltung. Dennoch sollen Kinder und Jugendliche natürlich nicht ständig mit Medien umgeben sein.

Zunächst sollte man in der Familie thematisieren, dass es aus vielen verschiedenen Gründen Medienregeln geben muss. Je nach Alter sollten diese Regeln einen festen Platz im Familienalltag haben und auch die Eltern müssen sich an passende Regeln halten. Eine gute Adresse, um sich über Medienregeln in der Familie zu inspirieren ist das Angebot https://www.mediennutzungsvertrag.de/

Als Eltern/Erziehungsberechtigte können Sie sich bei weiteren Fragen gerne an uns wenden.

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